2G Zugangs- und Kern-Netz
Im Providernetz von 2G-Umgebungen können Daten auf Richtfunk- und Legacy-Transportstrecken abgefangen werden, wenn diese unzureichend geschützt sind. Dadurch sind Mitlesen und Manipulation im Backbone bzw. Interconnect prinzipiell möglich.
MITRE ATT&CK
T1635 – Adversary-in-the-Middle (T1635)
Matrix: Mobile
Taktik: Credential Access (TA0006)
Technik: Adversary-in-the-Middle
Auf MITRE ATT&CK ansehenDetails:
Der Kern des Vektors liegt nicht primär im Endgerät, sondern im Providernetz (Backhaul, Core-Transport, Interconnect). Bei unzureichender Härtung von Richtfunk- oder Übergabestrecken kann ein Angreifer sich zwischen Kommunikationspartner bringen (Adversary-in-the-Middle) und Signalisierungs- oder Nutzdaten mitlesen bzw. beeinflussen.
Technisch relevant ist, dass Mikrowellenstrecken stark richtungsgebunden sind (Line-of-Sight). In Kombination mit exponierten Standorten, geeigneter Antennentechnik und Legacy-Betrieb entstehen reale Angriffsfenster. Historische SIGINT-Analysen beschreiben zudem die Interzeptionsfähigkeit bei satellitengestützter Kommunikation und den Empfang in passenden Footprints.
Quellen/Links:
- [1] 3GPP TS 43.020 – Security related network functions (GERAN/GSM)
- [2] European Parliament Report A5-0264/2001 (ECHELON): technische Abschnitte zu line-of-sight Mikrowellenabgriff und Satelliteninterzeption
- [3] Arbeitsdokument/Transkript mit den relevanten Technikpassagen (Kap. 3.3.1.2, 3.3.1.3, 4.2)
Erkennung:
- Unplausible oder sprunghafte Routing-/Signalisierungspfade im Providernetz
- Auffällige Anomalien auf Richtfunk-Backhaul-Strecken (Pegel, BER, unerwartete Retransmits)
- Abweichungen zwischen Core-Logs und tatsächlichem Verkehrsverhalten
- Unerklärliche Integritätsfehler bei Signalisierungsdaten in Legacy-Segmenten
Quellen/Links:
- [1] EP Report: decimetre/centimetre waves sind line-of-sight und nur im Sichtkorridor empfangbar
- [2] GSMA Security Guidance für Betreiberhärtung
Gegenmaßnahmen:
Empfohlen sind Ende-zu-Ende-Absicherung der Transportpfade, harte Segmentierung im Backbone, kryptografische Absicherung von Management- und Signalisierungskanälen, kontinuierliches Monitoring von Richtfunk- und Interconnect-Anomalien sowie die schrittweise Reduktion von 2G-/Legacy-Abhängigkeiten. Übergänge zu 4G/5G sollten mit expliziten Anti-Downgrade- und Integritätskontrollen betrieben werden.
Quellen/Links:
- [1] 3GPP TS 33.501 – 5G Security Architecture (Reduktion von Legacy-/Fallback-Risiken)
- [2] ENISA – 5G Cybersecurity Recommendations
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