3G Zugangs- und Kern-Netz
Im 3G-Zugangs- und Kernnetz bestehen Risiken durch unvollständig abgesicherte Signalisierungs- und Managementpfade. Angreifer mit Interconnect- oder Kernnetznähe können je nach Konfiguration Verkehrs- und Standortinformationen ableiten oder Signalisierung missbrauchen. In hybriden Netzen bleibt das Risiko besonders relevant, wenn Endgeräte auf 3G zurückfallen.
MITRE ATT&CK
T1635 – Adversary-in-the-Middle (T1635)
Matrix: Mobile
Taktik: Credential Access (TA0006)
Technik: Adversary-in-the-Middle
Auf MITRE ATT&CK ansehenT1466 – Downgrade to Insecure Protocols (T1466)
Matrix: Mobile
Taktik: Network Effects
Technik: Downgrade to Insecure Protocols
Details:
UMTS hat die Sicherheit gegenüber 2G deutlich verbessert, schließt jedoch nicht jede Angriffsmöglichkeit im Zugangs- und Kernnetz aus. Kritisch sind insbesondere falsch konfigurierte Vertrauensbeziehungen, unzureichende Härtung von Signalisierungs-Schnittstellen und Legacy-Betrieb im Interconnect. Dadurch können Vertraulichkeit und Integrität von Metadaten sowie in Einzelfällen die Verfügbarkeit von Diensten beeinträchtigt werden.
Der Vektor ist heute vor allem in gemischten 2G/3G/4G-Umgebungen relevant. In reinen 5G-SA-Umgebungen greifen zusätzliche Schutzmechanismen, das Risiko verlagert sich dort aber auf Übergänge und Fallback-Szenarien.
Quellen/Links:
- [1] ETSI TS 121 133 – UMTS Security Threats and Requirements
- [2] 3GPP TR 33.900 – A Guide to 3rd Generation Security
- [3] 3GPP TS 33.501 – 5G Security Architecture (Kontext für Übergänge/Fallback)
Erkennung:
- Ungewöhnliche Signalisierungsereignisse (z. B. atypische Location-Update- oder Paging-Muster)
- Auffällige Interconnect-Requests aus nicht erwarteten Netzen/Partnern
- Wiederkehrende Authentifizierungs- und Session-Fehler in Kernnetzkomponenten
- Erhöhte Zahl fehlgeschlagener Zustellversuche bei SMS/Voice ohne Funkstörungsbild
- Anomalien in Roaming- und MAP/CAP-bezogenen Kontrollflüssen
Quellen/Links:
- [1] 3GPP TS 33.117 – Catalogue of general security assurance requirements
- [2] GSMA Security Guidance (Betriebs- und Monitoring-Praxis)
Gegenmaßnahmen:
Empfohlen sind eine konsequente Härtung und Filterung von Signalisierungs-Schnittstellen, ein striktes Interconnect-Policy-Set, kontinuierliches Monitoring der Kernnetz-Telemetrie sowie eine Reduktion von Legacy-Abhängigkeiten. Zusätzlich sollten Betreiber Fallback-Pfade auf 3G minimieren, wo technisch möglich 5G-SA bevorzugen und Übergänge zwischen Generationen mit expliziten Sicherheitskontrollen absichern.
Quellen/Links:
- [1] 3GPP TS 33.501 – Security Architecture and Procedures for 5G System
- [2] ENISA – 5G Cybersecurity and Risk Recommendations