Störfunk/Jammer


AV: A04 Status: Aktiv Thread Level: High Auswirkungen: Verfügbarkeit, DoS Voraussetzung/Distanz: Remote Funk

Veröffentlicht: 18.02.2013 Aktualisiert: 11.07.2026

Durch das Stören der UMTS-Frequenzbänder, wird ein Wechsel (Fallback) auf GSM Standard erzwungen. (Teilfunktion bei Semi-Aktiven Abhöranlagen)

Es ist aber auch ein kompletter „Denial of Service“ aller Funkverbindungen möglich.

MITRE ATT&CK

T1464 – Network Denial of Service (T1464)

Matrix: Mobile

Taktik: Impact (TA0040)

Technik: Network Denial of Service



Details:

Störsender können gezielt einzelne Frequenzbereiche oder mehrere Funkdienste gleichzeitig beeinträchtigen. Dadurch können Mobilfunk-, WLAN-, GNSS- oder andere Funkverbindungen gestört oder vollständig unterbrochen werden. Eine mögliche Rückstufung auf einen anderen Mobilfunkstandard ist lediglich ein spezieller Fall und hängt vom Netz, den verwendeten Frequenzbändern sowie den lokalen Bedingungen ab.




Quellen/Links:
Technische und rechtliche Quellen


Erkennung:

Gezielter Störfunk ist für Betroffene meist nur indirekt erkennbar. Typische Hinweise sind ein plötzlicher, lokal begrenzter Ausfall des Mobilfunks, starke Schwankungen der Empfangsqualität oder das vollständige Wegbrechen von Telefonie und Datenverbindungen trotz ausreichender Versorgung.

Eine belastbare Unterscheidung zwischen absichtlichem Jamming, technischen Defekten und einer allgemeinen Funkstörung ist am Smartphone allein meist nicht möglich. Für eine genaue Analyse sind Mess- und gegebenenfalls Peiltechnik sowie die Einbindung zuständiger Stellen erforderlich.



Quellen/Links:



Gegenmaßnahmen:

Gegen Störfunk helfen auf Endgeräten nur begrenzt technische Maßnahmen, da das eigentliche Problem in der Überlagerung des Funkkanals liegt. Praktisch relevant sind alternative Kommunikationswege, Redundanz über andere Netze oder Funktechniken sowie ein schneller Wechsel auf nicht betroffene Infrastrukturen.

In professionellen oder sicherheitskritischen Umgebungen sind Störungsmeldung, Funkfeldmessung, räumliche Eingrenzung der Quelle und gegebenenfalls die Einbindung der Bundesnetzagentur oder anderer zuständiger Stellen sinnvoll.

Der Wirkungsradius ist nicht pauschal bestimmbar. Er hängt unter anderem von abgestrahlter Leistung, Frequenzbereich, Antennencharakteristik und -ausrichtung, Bandbreite des Störsignals, Empfindlichkeit der Empfänger, Gebäuden, Gelände und der Stärke des regulären Funksignals ab. Bei breitbandigem Stören wird die verfügbare Leistung auf einen größeren Frequenzbereich verteilt. Höhere Frequenzen können stärker durch Hindernisse abgeschwächt werden; entscheidend ist jedoch das Zusammenspiel aller Faktoren.


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